Erläuterungen zum Strompreis

Was macht Ihren Strompreis aus?

 

Die Zusammensetzung des Strompreises

Der Strompreis wird mit rund 55 Prozent durch Steuern (Umsatz- und Stromsteuer), Abgaben (Konzessionsabgabe) und Umlagen (EEG- und KWKG-Umlage) belastet.

Die Umlage nach dem erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG)

Die EEG-Umlage wird nach den Vorgaben des Gesetzgebers von den deutschen Übertragungsnetzbetreibern ermittelt. Als zuständige Behörde überwacht die Bundesnetzagentur die Ermittlung, Festlegung und Veröffentlichung der EEG-Umlage. Die Energieversorger profitieren von dieser Umlage nicht, sondern reichen diese ausschließlich an die Kunden weiter. Sie gleicht den Unterschied zwischen dem Strompreis aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen aus. Ihre Höhe wird jährlich aus der Differenz zwischen Aufwendungen (Zahlungen an EEG-Einspeiser und zugehörige Aufwendungen) und Einnahmen (Verkauf des EEG-Stroms) ermittelt.

Erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG sind Wasserkraft, Windenergie (onshore / offshore), solare Strahlungsenergie in Form von PV-Anlagen und Solarthermie (Wärmegewinnung aus Sonnenenergie),  Geothermie (Wärmegewinnung aus der Erde), Energie aus Biomasse (nach Biomasseverordnung) einschließlich Biogas und Biomethan sowie Deponie-, Klärgas- und Grubengas.

Die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G)

Grundlage ist das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK-Gesetz. Mit der KWK-G-Umlage wird die Förderung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung in fossilen Kraftwerken unterstützt. Betreiber von KWK-Anlagen, die mit erneuerbaren Energien (Biogas oder Biomasse) betrieben werden, erhalten einen KWK-Bonus, der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt ist.

Die KWK-Umlage ist ein Aufschlag auf den Strompreis pro verbrauchter Kilowattstunde. Ziel der Förderung ist es, die Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung zu fördern und auf diese Weise den Verbrauch an Primärenergieträgern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Ebenso wie die EEG-Umlage wird die KWK-Umlage über die Betreiber der Übertragungsnetze verwaltet. Ihre Höhe wird immer für ein Jahr festgelegt. 

Die §19 Umlage, Absatz 2 der StromNEV

Sie wurde 2012 zum Ausgleich für Netzentgeltbefreiungen stromintensiver Unternehmen eingeführt. Grundsätzlich müssen die Endverbraucher, die Strom aus dem Stromnetz beziehen, Netzentgelte bezahlen. Große Stromabnehmer können sich auf Antrag bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) vollständig von Netzentgelten befreien lassen. Dies ist im Paragraph 19, Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) geregelt. 

Die Offshore-Umlage

Die Offshore-Umlage wurde 2013 zur Deckung von Schadensersatzkosten eingeführt, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch Netzunterbrechungen (Störungen und Wartungen länger 10 Tage) entstehen können. Mit der „Offshore-Umlage" sollen diese Investitionsrisiken beim Ausbau der Stromerzeugung aus Offshore-Windparks (OWP) gemildert werden, so dass die Netzinfrastruktur und die OWP entstehen können. Windparks können im Binnenland (onshore), an der Küste (nearshore) oder in erheblichem Abstand von der Küste auf See (offshore) gebaut werden.

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist eine Zahlung, die ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) an einen öffentlich-rechtlichen Rechtsträger (Stadt, Gemeinde, etc.) leisten muss, um die Wege und Straßen von Städten und Gemeinden für die Verlegung der Versorgungsleitungen zu nutzen. Es wird dazu ein Konzessionsvertrag geschlossen. Die Konzessionsabgabe wird über das EVU an den Endverbraucher weitergereicht und stellt einen Teil des Energiepreises dar.

Die Stromsteuer

Die Stromsteuer, auch als Ökosteuer bekannt, ist eine indirekte Verbrauchersteuer und wird auf den elektrischen Strom erhoben. Die Grundlage der Stromsteuer ist das Stromsteuergesetz (StromStG) sowie auch die Stromsteuer-Durchführungsverordnung (StromStV). Der Steuersatz liegt derzeit bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Die Stromsteuer dient zur Förderung klimapolitischer Ziele und als Einnahme zur Senkung und Stabilisierung der Rentenversicherungsbeiträge.

Die Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV

Seit dem 01.01.2014 ist diese "abLa-Umlage" ein weiterer Bestandteil des Strompreises. Um die Versorgungssicherheit im Stromnetz zu gewährleisten, sollen große Stromverbraucher bei "Blackout-Gefahr" ihre Last vorübergehend abschalten. Dafür wird ihnen eine Entschädigung von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) gezahlt. Die Kosten, die den ÜNB entstehen, werden mit der "Abschalt-Umlage" an den Endverbraucher weitergegeben. 

Die Netznutzungsentgelte

Das Netznutzungsentgelt sind Kosten, die der Netznutzer für die Inanspruchnahme der Netznutzung zur Netzdurchleitung von Strom und Gas durch den Netzbetreiber in Rechnung gestellt bekommt.

Die Mehrwertsteuer (MwSt. - 19%)

Die Mehrwertsteuer (oder auch Umsatzsteuer) wird auf den Stromverbrauch/-lieferung, auf bestimmte Umlagen (KWK-Umlage) und Abgaben (Konzessionsabgabe) sowie auch die EEG-Umlage erhoben.

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