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Gemeinschaftskraftwerk geht ans Netz - Bremer Gas- und Dampfturbinenkraftwerk jetzt im Regelbetrieb

(vom 01.12.2016)

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) der Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG (GKB) an dem die EVI Energieversorgung Hildesheim im Rahmen der Stadtwerkegemeinschaft TOBI beteiligt ist, geht nach mehreren, baulich bedingten Verzögerungen zum 1. Dezember 2016 in den Regelbetrieb.

Bild: GKB

Die Anlage hat eine elektrische Leistung von rund 445 Megawatt (MW) netto, das Investitionsbudget aller Beteiligten beträgt 450 Millionen Euro. Die TOBI hält an dem Kraftwerk einen Anteil von 72 MW, also 16,19 Prozent. Innerhalb der Stadtwerkegemeinschaft hat die EVI Energieversorgung Hildesheim mit 13 MW und einer Gesamtinvestitionssumme von 13 Millionen Euro den größten Anteil. Diese 13 MW entsprechen der Versorgungsleistung von etwa einem Drittel der Privatkunden des Hildesheimer Energieversorgers. Für den Rest dieses Jahres sind bereits sämtliche freien Kapazitäten des neuen Kraftwerks am Markt verkauft. Insgesamt kann das GuD-Kraftwerk jährlich 1,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren.

Das modernste Gaskraftwerk Deutschlands steht jetzt in Bremen

„Wir sind froh, dass die Anlage jetzt in den Regelbetrieb geht, und wir sind sicher, dass es seinen Platz im Markt schnell finden wird“, sagt Michael Bosse-Arbogast, Kaufmännischer Geschäftsführer der EVI. „Das Gemeinschaftskraftwerk gehört zu den modernsten Gaskraftwerken Deutschlands. Mit einem Wirkungsgrad von knapp 60 Prozent ermöglicht es eine hocheffiziente und klimaschonende Stromerzeugung. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass mit hocheffizienten GuD-Kraftwerken ein entscheidender Beitrag für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende geleistet wird.“

Die 15 in der TOBI-Gruppe zusammengeschlossenen Stadtwerke hoffen nun auf eine dauerhafte und gute Auslastung des Kraftwerks. „Und zwar zu Gunsten unserer Umwelt, aber auch, damit sich die Investition für alle rechnet“, betont Bosse-Arbogast, „Für die Versorgungssicherheit unserer Kundinnen und Kunden gehört für uns ein konsequentes Engagement in schadstoffarme steuerbare Kraftwerkskapazitäten zum Konzept. Gaskraftwerke sind die ideale Ergänzung der EVI Strategie zum weiterein Zubau von Erneuerbaren Energie-Anlagen, weil sie kurzfristig geregelt werden können. Diese Kraftwerke sind in der Lage, schnell auf Veränderungen der jeweils aktuellen Einspeisesituation von beispielsweise Wind- oder PV Anlagen zu reagieren.“

Optimale Ergänzung für erneuerbare Energien

Erdgas als Brennstoff ist besonders umweltschonend: Im Vergleich mit anderen fossilen Brennstoffen ist der CO2-Ausstoß gering. Pro erzeugte Kilowattstunde entstehen rund 360 Gramm CO2. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 580 Gramm, bei Kohlekraftwerken fallen durchschnittlich 750 Gramm CO2 an. Michael Bosse-Arbogast sagt dazu: „Ein GuD-Kraftwerk nutzt seinen Brennstoff effizient aus. Die Anlage weist einen Wirkungsgrad von knapp 60 Prozent auf. Zum Vergleich: Moderne Steinkohle-Kraftwerke erreichen höchstens 45 Prozent. Zudem ist ein GuD-Kraftwerk in seiner Betriebsweise flexibel und kann seine Leistung schnell hoch- oder runterfahren. Damit ist das GuD-Kraftwerk die optimale Ergänzung zu den wetterabhängig bereitstehenden erneuerbaren Energien und schafft es dazu noch, die CO2-Emissionen im Vergleich zu Kohlekraftwerken um mehr als die Hälfte zu senken.“

 

Bild: GKB

Bauausführung mit Problemen

Der Lieferant und Generalunternehmer für den Kraftwerksbau – ein Konsortium aus der US-amerikanischen Firma General Electric (GE) und dem spanischen Unternehmen COBRA – hatte den Bau im Jahr 2011 begonnen. Im Bauablauf hatten sich Verzögerungen ergeben, die in Summe zu einer Verspätung von rund drei Jahren führten. Das GuD-Kraftwerk hat auf dem Weg zur Aufnahme des Regelbetriebs viele Hürden genommen. Leider traten aber immer neue Probleme in der Bauausführung auf, so dass sich die Aufnahme des Regelbetriebs nun auf den 1. Dezember 2016 verschoben hat.  Die Hauptprobleme im Laufe der Bauphase waren zum einen fehlende Werkstoffzertifikate für die GFK-Profile in der Kühlturm-Struktur, so dass die aus diesen Profilen zusammengesetzte Tragkonstruktion komplett neu erstellt werden musste. Zum anderen mussten aufgrund von Rissen in einigen Sammlern des Kessels, die im Sommer 2015 im Zuge der Inbetriebsetzung festgestellt wurden, die betroffenen Sammler ausgetauscht werden. Die hierfür erforderlichen Arbeiten wurden von GE sehr professionell durchgeführt, um den dadurch bedingten Terminverzug zu begrenzen.

Funktionsweise eines GuD-Kraftwerks

Die bei der Verbrennung von Erdgas entstehende Energie treibt eine Gasturbine an, vergleichbar mit einem Flugzeugtriebwerk. Die heißen Abgase aus diesem Prozess nutzt das GuD-Kraftwerk weiter aus, um Wasser zu Dampf zu erhitzen, mit dem eine Dampfturbine angetrieben wird.

Fünf Unternehmen aus der Energiewirtschaft hatten sich 2011 zusammengetan, um das GuD-Kraftwerk zu bauen. Die Kooperation wurde in Form einer gemeinsamen Gesellschaft, der Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG (GKB), realisiert. Neben der TOBI Gaskraftwerksbeteiligungs GmbH & Co. KG ist als Hauptgesellschafter swb in Bremen mit 51,76 Prozent beteiligt. Dazu kommen die Mainova AG mit 25,1 Prozent; die ovag Energie AG mit 4,95 Prozent und die Deutsche Bahn Energie mit 2,0 Prozent.

 

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