Paar beim Frühstück

Weil wir mit Ihnen
den Tag begrüßen.

von Sven Harmsen 19.02.2019 0

Gemeinsam sind sie stark

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Das sozialpädagogische Jugendzentrum der Caritas, „Broadway“, im Hildesheimer Stadtteil Fahrenheit steht Kindern und Jugendlichen, aber auch den erwachsenen Bewohnern des Stadtteils zur Verfügung. Hier trafen sich Jugendliche mit dem Geschäftsführer der EVI Michael Bosse-Arbogast zu einem gemeinsamen Austausch.

Da sage noch einer, die Jugend sei nicht an politischen und gesellschaftlichen Themen interessiert! Auf die Mitglieder der Jugendgruppe im „Broadway“, dem Beratungs- und Begegnungszentrum der Caritas, trifft das jedenfalls nicht zu. Im Gegenteil: Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren machen sich sehr viele Gedanken zu Themen wie Ausgrenzung, Rassismus, Mobbing, Hetze in den sozialen Medien, religiöse Intoleranz oder Homophobie und tauschen sich intensiv darüber aus, was jeder einzelne dagegen tun kann. So auch bei einem Treffen mit EVI-Geschäftsführer Michael Bosse-Arbogast. Gemeinsam diskutierten sie darüber, was sie unter Zusammenhalt verstehen und was die Menschen verbindet.

Zu diesem Dialog eingeladen hatte Jörg Piprek, Leiter des Geschäftsbereichs Gemeinwesenarbeit beim Caritasverband Hildesheim. Gleich zu Beginn wollte er von allen Teilnehmenden wissen, wofür sie bei minus 20 Grad auf die Straße gehen würden. Bildung, Freunde, Familie, Frieden, Demokratie, Klimaschutz, Toleranz und Freiheit lauteten einige der Antworten. Diese trafen bei allen auf Zustimmung. Einig waren sie sich außerdem darüber, dass es einfacher ist, gemeinsam für etwas zu demonstrieren als alleine: „Es müssen schon Freunde dabei sein“, betonte einer der Teilnehmer.

Im Gespräch wird schnell klar: Wer auf etwas aufmerksam machen und bewegen möchte, braucht die Unterstützung einer Gruppe. Die Jugendlichen, die sich in der Regel zweimal wöchentlich im „Broadway" treffen, kennen sich sehr gut, gehen aufeinander ein und akzeptieren sich so, wie sie sind. Sie teilen nicht nur viele gemeinsame Erlebnisse, sondern engagieren sich zusammen auch ehrenamtlich – etwa auf Stadtteilfesten.

Das Wort „Zusammenhalt“ ist für sie mit positiven Werten und Gefühlen verknüpft: Eine der Jugendlichen zum Beispiel versteht darunter „Vertrauen, Toleranz, Akzeptanz und füreinander da sein. Es ist wichtig, sich aufeinander verlassen zu können. Zum anderen Menschen zu stehen, egal, was über ihn gesagt wird“. Michael Bosse-Arbogast verbindet damit Gemeinschaft, gesellschaftliche Teilhabe, Vielfalt und demokratische Werte.

Doch Zusammenhalt ist nichts, was vom Himmel fällt. Man muss etwas dafür tun. So gehöre es dazu, sich in Gemeinschaften einzufügen. Auch Kommunikation ist wichtig: „Die Menschen müssen miteinander reden, dann versteht man den anderen besser. Reden ist der Schlüssel zu fast allem, schließlich kann keiner Gedanken lesen“, so die Teilnehmer der Runde.

Weise Worte von so jungen Menschen. Alles, was die Jugendlichen sagen, ist reflektiert, niemand fällt hier dem anderen ins Wort. Das ist sicherlich auch der Verdienst von Jörg Piprek. Er begleitet die Jugendlichen seit Jahren, unterstützt sie in ihrer persönlichen Entwicklung und bespricht mit ihnen Themen, die ihnen am Herzen liegen. „Ich bin begeistert von dem, was ihr hier macht, und wie respektvoll ihr miteinander umgeht“, sagt abschließend ein sichtlich beeindruckter Michael Bosse-Arbogast.