Paar beim Frühstück

Weil wir mit Ihnen
den Tag begrüßen.

08.07.2013 0

Kochen mit wilden Kräutern - Der zweite Tag!

Marmeladengläser

Am 22. und 23. Juni 2013 hat die EVI-Mitarbeiterin Susanne Hörhammer an dem Seminar „Kochen mit wilden Kräutern“ teilgenommen. Teil eins Ihres Berichtes haben wir bereits veröffentlicht, hier kommt der zweite Teil:

Am nächsten Tag trafen wir uns an der Geschwister-Scholl-Schule.

Wir staunten nicht schlecht, als Renate uns begeistert berichtete, dass sie gestern einen 20-Stunden-Tag gehabt habe und heute schon mit den Hühnern aufgestanden sei, um die Schafe zu melken.

Nachdem wir alle Utensilien in die Küche getragen hatten, bekamen wir unsere Rezepte, von denen sich jeder eines aussuchen durfte wie z.B. Giersch-Gewürzpaste für Suppen und Eintöpfe, Rosenpesto mit Nudeln, Rosenblütengelee, Roseblüten-Holunder-Essig oder Halbgefrorenes mit Rosen. „Vergesst bitte nicht, Euch die Hände zu waschen. Hygiene ist hier das A und O wenn Eure Produkte länger als nur zwei Wochen halten sollen. Bei meiner täglichen Arbeit in der Käseherstellung bin ich durchschnittlich 220 Mal am Händewaschen. “, verriet Renate aus der ersten Küchenkoje.

Und schon ging das wilde Treiben in den vier Schulküchen los. Von hinten rief jemand: “Wo finde ich ein Sieb?” Ein anderer suchte einen Topf und direkt neben mir stöhnte jemand: „Ach ja, wir sollten kleine Schälchen für Kostproben mitbringen, die stehen noch zu Hause!“

Und während wir so vor uns hin schnippelten und die gewaschenen Kräuter zum Teil auf Tüchern auf den Fensterbänken trockneten, kam Renate und riet uns: „Nicht über die Hand arbeiten!“

Bitte, was sollen wir nicht?

Diejenigen, die seinerzeit in der Schule keinen Hauswirtschaftskurs belegt hatten, wurden aufgeklärt und es ergab plötzlich einen Sinn, bei diesen Mengen und Massen seine eigene kleine Fertigungsstraße zu bilden! Und hier noch ein Tipp für alle an Rückenschmerzen leidenden: Bitte immer ein großes Messer nehmen, damit eine größere Hebelwirkung erzeugt wird und so der Rücken geschont wird.

Ich erwähnte anfangs die erfolgreiche Ausbeute von eineinhalb Rosenblütenkörben. Ein Korb brachte gerade mal knappe 400 Gramm auf die Waage und auch der Korb voller Rucolablätter ergab, durch den Zerkleinerer gedreht nicht mehr als eine größere Handvoll. Nach drei Stunden waren alle Speisen soweit vorbereitet, um endlich mit der Verkostung zu starten. Zum Anstoßen auf die lustige und informative Veranstaltung  gab es auf Sekt basierend einen Aperitif mit Holunderblütensirup und einem Minzblatt. Kurz genannt „Hugo“, ein mittlerweile sehr verbreitetes Getränk in den Sommermonaten.

Unsere Vorspeise war ein Blattsalat mit leichter Salatsoße und selbstgemachten Schafskäse aus Renates eigener Herstellung.  Selbst zwei von uns, die weder Schafs- noch Ziegenkäse mochten, aßen brav ihre Teller leer und waren erstaunt, dass der Käse nur dezent nach Schaf schmeckt. Als zweites Gericht folgte die grüne Soße aus Brennnesseln, Giersch, Löwenzahn und weiteren Zutaten und wurde mit frisch gelegten Eiern und selbstgeernteten Kartoffeln serviert.

Anschließend folgte mit Penne serviert das Rosenpesto aus Rosenblüten, Rucola und gehackten Mandeln.

Zum krönenden Abschluss wurde das auf einem Erdbeerenpüree gebettete Rosenblüten-Eis serviert.

Allerdings hat auch jede Völlerei mal ein Ende und somit begaben wir uns mit vollen Bäuchen und einem Glücksgefühl zum Chaos beseitigen zurück in die Schulküchen.  Hier fand  erneut ein wildes Hin- und Herlaufen statt, denn wir mussten schließlich alle Töpfe und Schalen wieder den richtigen Küchen zuordnen. „Ach, ich bin blau! Die Schilder und die Markierung auf den Töpfen habe ich vorhin gar nicht bemerkt.“,  flüsterte mir meine Kochnachbarin zu.

Da wir so viele Produkte hergestellt hatten, die wir bei der Verkostung gar nicht mehr probiert hatten, versuchten wir nun krampfhaft alles in unsere mitgebrachten Tüten und Plastikkörbe zu verstauen, um alles heile nach Hause zu transportieren.

Da wir alle großen Gefallen an dieser Veranstaltung gefunden haben, werde ich sicherlich den einen oder anderen sicherlich im Herbst wiedersehen, wenn es ungefähr heißen könnte: Hagebuttentee ist nicht alles was man aus dieser kleinen roten Frucht herstellen kann!

Was ich aus diesem Kurs gelernt habe? Man kann Giersch (der jeden Garten in kurzer Zeit in einen Dschungel verwandeln kann) essen! Wenn ich also nicht alle kleinen Wurzeln den Garaus zu machen kann, dann zaubere ich eben schnell eine Gewürzpaste, die ich dann an Weihnachten verschenken kann.

Meinungen zum Kochkurs:

“Für uns als Vegetarier bzw. Veganer ist es großartig so viele verschiedene Gerichte mit natürlichen Kräutern zu entdecken.” (Frederike und Mechthild)

“Mein Mann und ich kochen sehr gerne, da macht es Spaß, Neues auszuprobieren und vielleicht auch bei uns im Weinladen in Sarstedt mit anzubieten.” (Gudrun)

“Es ist wichtig zu wissen, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden und warum soll man nicht auf die regionalen Produkte der Natur zurückgreifen?” (Petra Siegert)

“Null Acht Siebzehn Produkte kann man im Laden kaufen, aber wir wollen uns durch Qualität und Individualität abgrenzen.” (Renate Bergmann)

“Ich kam eher spontan zu der Veranstaltung und muss ehrlich gestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass man Rosenblüten essen kann. Ob ich allerdings meine Kinder und meinen Mann damit begeistern kann?” (Barbara)

“Ich werde auf jeden Fall das Eis auf unserer nächsten größeren Feier nachmachen, da es nicht nur prima schmeckt, sondern auch noch toll auf den Tellern aussieht.” (Susanne)

“Der Rosenblüten-Essig sieht im Glas hervorragend aus und eignet sich ideal als kleines Präsent für die nächste familiäre Geburtstagsfeier.” (Susanne)

Kommentare:

Ihr Kommentar: